Wer nach Abenteuer sucht…. / Auf hoher See

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Wir haben wieder ein Lebenszeichen von unserem Guido… Letzte Woche ist Guido auf das Segelboot gestiegen, um sich mit den Kakaobohnen Richtung Europa wehen zu lassen. Das hat auch erstmal ganz gut geklappt. Am ersten Segel-Tag gab es schönes Wetter, ruhige See und der Wind hat sie weit getragen.

Aber wer Abenteuer sucht, der darf sich nicht wundern, wenn einen dieses auch findet. Plötzlich gab es an Bord einen lauten Knall, während Guido in seiner Kajüte lag und las. Danach hektisches Treiben auf dem Schiff, das Segel wurde eingeholt und die Mannschaft lief umher. Das Schiff war manövrierunfähig – auf offener See… Sie trieben einfach so dahin.

Nach einer Weile wurde dann endlich das Problem gefunden. Ein Teil der Steuereinheit war kaputtgegangen, sodass sich das Boot nur noch sehr schwer lenken ließ. Der Skipper schaute nach, ob er das Problem irgendwie richten konnte. Aber leider war hier nichts mehr zu retten. Manövrierunfähig auf dem Atlantik zu treiben war nicht wirkliche eine Option. Daher musste das Boot wieder Kurs nehmen auf Cartagena. Der Autopilot war auch hinüber, sodass rund um die Uhr jemand am Ruder stehen musste und der Gegenwind erschwerte die ganze Situation zusätzlich. Einen Tag später und sie hätten die Seenotrettung benachrichtigen müssen.

Glück im Unglück, denn wenn der Steuerschaden bei hohem Seegang passiert wäre, kann man sich leicht ausmalen, was die Folgen gewesen wären…

Im Hafen angekommen wurde gleich ein Techniker geholt, in der Hoffnung, dass es zügig wieder losgehen kann. Aber auch dieser Wind wurde Guido schnell aus den Segeln genommen. Reparaturzeit mindestens zwei Wochen…

 

So lange könnte Guido aber nicht ausharren, da weitere Termine in Europa auf ihn warten. Auch ein anderes Segelboot war einfach nicht aufzutreiben.

Kaum Kleidung dabei, kein Handy (da dieses auf dem Schiff ohnehin nicht funktioniert hätte), einen Haufen Gepäck in Form von Kakaobohnen & Fahrrad, keine Spanisch-Kenntnisse – erstmal ein Hotel suchen und überlegen. Nach langem Nachdenken und vielen Telefonaten war es klar – leider gibt es keine andere Option, außer in ein Flugzeug zu steigen und so nach Lissabon zu kommen.

Nach viel Aufregung, da auch noch fast eine Kakaobohnen-Taschen unterwegs abhanden gekommen wäre, ist Guido dann doch erschöpft in Lissabon angekommen.

Manchmal will das Schicksal eben nicht, dass alles so klappt, wie man es sich vorgestellt hat.
Aber nach dem Ganzen hin und her, sind wir einfach nur froh, dass Guido heile in Lissabon angekommen ist und auch die Kakaobohnen mitgekommen sind. Und auch er ist froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Denn mitten in der Nacht einsam auf dem Atlantik nur von Wasser umgeben zutreiben, gibt einem schon ein mulmiges Gefühl. Und ein Glück, dass sie nicht im Bermuda Dreieck gestrandet sind 😉

Nun ist er, mit Umwegen, dann doch auf seinem weiteren Weg durch Europa.

 

P.S. Entschuldigt bitte, dass der Blog immer ein bisschen versetzt zu den Echtzeit-Ereignissen ist.

Danke für die schnelle Hilfe vor Ort von www.vivecolombia.es